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Der goldene Saft Kanadas

ie Schweiz ist berühmt für die Alpen und für Käse. Kanada ist bekannt für die Rocky Mountains und Ahornsirup. Bevor ich hierherzog, habe ich mich nie für diesen Saft interessiert, geschweige denn ihn konsumiert. Doch immer wieder fielen mir diese dünnen Plastikschläuche auf, die mitten in den Wäldern von Baum zu Baum führen, einer Pipeline gleich. Oder verzinkte Eimer, welche die Leute an einen Zapfhahn gehängt haben, den sie durch die Rinde des Baums schlugen. Ach, so macht man Ahornsirup, dämmerte es mir irgendwann. Jeden Frühling gibt es die Maple Syrup Festivals, wo demonstriert wird, wie man ihn gewinnt und verarbeitet. An vielen Ständen wird er zum Verkauf angeboten. Es werden ein Frühstück mit Pfannkuchen, Waffeln und Eiscreme mit Ahornsirup serviert. Beliebt ist auch mit Ahornsirup mariniertes Fleisch, Gebäck und Butter mit Sirup. Ich verwende ihn gerne als Zuckerersatz oder anstelle von Honig. Ahornsirup kann nur von Ende Februar bis April gewonnen werden, wenn die Temperaturen tagsüber allmählich steigen, in der Nacht aber noch immer der Frost kommt. Während des Tages bildet sich dank der Wärme ein Druck im Innern des Baumes auf, der den natürlichen Fluss des Harzes anregt. Wenn der innere Druck grösser ist, als der äussere, dringt dieser durch den eingedrillten Zapfen aus dem Stamm heraus. Dem Baum wird durch richtiges Anzapfen keinen Schaden zugefügt. Den gesammelten Pflanzensaft kocht man einen ganzen Tag lang, um ihn einzudicken. Das Wasser verdampft, der Sirup karamellisiert und es bleibt ein Zuckergehalt von etwa 60 Prozent. Es braucht bis zu 50 Liter Saft, um einen Liter Ahornsirup zu gewinnen. Die Erfindung und Herstellung verdanken wir den Indianern. Sie hackten ihre Kriegsbeile in die Rinde und fingen den herausrinnenden Saft auf. Kanada ist der grösste Ahornsiruphersteller der Welt, mit 71 Prozent Marktanteil. 2016 wurden 45 Millionen Kilogramm Ahornsirup-Produkte exportiert, in einem Wert von 381 Millionen Dollar. Es gibt insgesamt 11 468 Ahornsirupfarmen. Es gibt vier verschiedene Kategorien, gemäss Farbe, Geschmack und Dickflüssigkeit: goldene Farbe und delikater Geschmack, Bernsteinfarben und reichhaltiger Geschmack, Dunkel und robuster Geschmack, sehr dunkel und starker Geschmack. In der Regel gilt: je heller der Sirup, desto besser die Qualität. Denn kommt der Ertrag des Baumes allmählich zum Ende, so wird der Saft dunkler und die Qualität nimmt ab. Auch wir haben einen Ahornbaum im Garten, den wir angebohrt haben und ihn nun seine langsame Arbeit tun lassen. Unser erster Versuch. Hoffentlich klappts und schmeckts dann auch!

#Ahornsirup #NachKanadaauswandern

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