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Jährlich grüsst das Murmeltier

Andere Länder, andere Sitten», sagt man. Aber es gilt auch: «andere Länder, andere Feiertage». In Kanada feiert man so allerhand. Ein interessanter Feiertag, den wir neulich hatten und den ich für erwähnungswürdig halte, weil man ihn in der Schweiz nicht kennt, ist der «Groundhog Day». Zu Deutsch: Der Murmeltiertag. Dieses pelzigen Tieres gedenken wir am 2. Februar jeden Jahres. Was es damit auf sich hat? Kurz erklärt: Die Leute versammeln sich um den Bau eines auserkorenen Murmeltieres und schauen ihm dabei zu, auf welche Art und Weise es aus dem Loch herauskriecht. Dies sagt voraus, wie das Wetter in den kommenden Wochen sein wird. Ob es einen frühen Frühling gibt oder ob der Winter uns noch ein Weilchen in seinem eiskalten Würgegriff festhalten wird. Wenn es also ein sonniger Tag ist und das Murmeltier seinen Schatten sieht, dann geht es zurück in den Bau – für weitere sechs Wochen Winterschlaf. Wenn es bewölkt ist und das Murmeltier seinen Schatten nicht sieht, dann bleibt es draussen, was bedeutet, dass das Schlimmste ausgestanden ist und dass der Frühling bald kommt. Nur etwa zehn Gemeinden in Kanada halten diese Tradition noch aufrecht und ziehen scharenweise Touristen an. Ein berühmtes Dorf dafür, etwa 40 Minuten von meinem Wohnort entfernt, ist Wiarton, und dort heisst das Murmeltier Wiarton Willy. Dieses Jahr jedoch waren die Prognosen gegensätzlich: das Murmeltier namens Shubenacadie Sam von Nova Scotia sagt, es gibt einen frühen Frühling, aber unser Wiarton Willy behauptet, dass es noch weiter so geht wie bisher – grässlich kalt und mit viel Schnee. Nebst den beiden gibt es auch noch die Berühmtheiten Gary the Groundhog in Ontario, Brandon Bob in Manitoba und Balzac Billy in Alberta. Nun mögen wir Schweizer darüber schmunzelnd den Kopf schütteln (und so mancher Kanadier auch), aber wir sollten uns fragen, wie denn diese Tradition entstanden ist. Der Murmeltiertag kann vom kirchlichen Feiertag Maria Lichtmess abgeleitet werden, welcher am 40. Tag nach Weihnachten gefeiert wird und somit ebenfalls auf den 2. Februar fällt. Dieses Fest verehrt das Licht und die zunehmende Länge der Tage. Auch viele Bauernregeln bringen den Tag der Lichtmesse und das Verhalten von Dachsen und Bären in Zusammenhang mit der Wettervorhersage. Die längste Tradition des Murmeltiertages besteht in Punxsutawney, Pennsylvania, wo die lokale Zeitung den 2. Februar erstmals 1886 «Groundhog Day» nannte. Dort heisst das Tier Phil und zieht jedes Jahr Tausende von Menschen an. Bis heute haben die Vorhersagen rund 40 Prozent der Wahrheit entsprochen.

#GroundhogDayinKanada

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