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Lest we forget

« Auf dass wir niemals vergessen mögen», lautet der Spruch jedes Jahr am 11. November in Kanada. Es ist der Remembrance Day. Zu deutsch: Der Kriegstotengedenktag. Dieser wird in den englischsprachigen Ländern sowie in Deutschland, Frankreich und Belgien seit 1920 gefeiert. Die Menschen gedenken an diesem Tag allen gefallenen Soldaten in vergangenen und bestehenden Kriegen, besonders jenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und auch jenen, die heute noch kämpfen. Als Symbol dient der sogenannte Poppy, die Klatschmohnblüte, die sich die Leute als einen Pin an die linke Brust oberhalb des Herzens stecken. Es gibt überall Zeremonien, vorzüglich bei den Kriegsdenkmä- lern. Spenden werden gesammelt, Reden gehalten, Kränze und Fotos von geliebten Gefallenen bei Denkmälern und Grä- bern hingelegt, Paraden veranstaltet und Blasinstrumente gespielt. Auch zwei Minuten des Schweigens werden um elf Uhr morgens gehalten. Sogar die Radiosender halten mit dem Rundfunk inne, oder sie lassen höchstens eine Trompete spielen. Da kann man durch jeden Radiosender zappen, überall herrscht Totenstille, was schön, aber irgendwie auch ein bisschen unheimlich ist. Aber warum die Mohnblume?, habe ich mich gefragt und mich schlau gemacht. Das hat mehrere Gründe: Damals auf den frisch aufgeschütteten Hügeln der Soldatengräber nach dem Ersten Weltkrieg war der Klatschmohn die erste Pflanze, die wuchs. Auch steht ihre rote Farbe für das Blut, welches die Soldaten vergossen haben, und für die narkotisierende Wirkung des Schlafmohns, aus dem Morphium gewonnen wird, welches als Schmerzmittel für die Verwundeten eingesetzt wurde. Für mich als neutrale Schweizerin ist das etwas Neues und Bewundernswertes. Sowas gibts ja in der Schweiz nicht, da wir uns zum Glück an keinen Kriegen beteiligen. So habe ich am Remembrance Day niemanden zu betrauern. Trotzdem nehme ich an der Schweigeminute teil, stecke mir einen Poppy an die Jacke und spende Geld, zu Ehren der kanadischen Soldaten. Denn dank ihren Diensten ist Kanada so, wie es heute ist, und ich schätze mich glücklich, in diesem Land zu leben, mit all seinen Vorzügen, Schönheiten und liebenswerten Menschen. Was mich jedoch an jedem 11. November stört, ist, dass man bereits überall Weihnachtsdekorationen und -verkäufe sieht. Das beginnt hier schon im Oktober und ich finde es respektlos den Soldaten gegenüber, dass die Industrie des Konsumismus uns sagt, dass wir bereits jetzt mit der Weihnachtseinkauferei beginnen müssen. Ich finde, dass man erst den Remembrance Day feiern soll, danach bleibt noch immer genug Zeit, um der Weihnacht zu frönen.

#RememberanceDayKanada #Lestweforget

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