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Tagebuch einer Truckerin Teil 3

In meinen zwei vorhergegangenen Kolumnen habe ich von meinen winterlichen Abenteuern als LKW-Fahrerin in Kanada erzählt. Wir waren also auf dem Weg von Winnipeg, Manitoba, nach Calgary, Alberta. Wo der Transcanada durch Manitoba, Saskatchewan und Alberta führt, gibt es nichts als Prärie. Manitoba ist so flach wie flach nur sein kann und selbst an einem klaren Tag können die Straßen mit Schnee bedeckt sein, weil der Wind unablässig über die Prärien fegt. Manchmal war der Wind so schlimm, dass wir in dichte Staubwolken gerieten und die Sicht war für ein paar Sekunden gleich null. Oder der Wind häufte Hügeln aus Schnee auf, die echt gefährlich werden konnten.

Dennoch schafften wir die über 1300 km lange Strecke nach Calgary, wo wir am gleichen Tag eine Ladung zurück nach Toronto erhielten. Wieder suchte uns ein Blizzard heim, der sich schier über den ganzen Kontinent erstreckte. Bis nach Winnipeg war das ein anhaltender Schneesturm und wir legten fast die ganze Strecke im Schneckentempo von 40km/h zurück. Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich im Bunker schlief, während mein Freund K. fuhr. „Steh auf und schnalle dich im Beifahrersitz an!“, rief er plötzlich. Schneeregen, die Temperatur lag knapp über Null Grad. Das schlimmste Wetter, denn da überzieht ein dünner Eisfilm die Straße. Der Truck geriet in eine Klappmesser-position und wir schlitterten auf den Graben zu. Der Fahrstreifen aus Kies hat den Pneus Haftung gegeben und uns gerettet.

Am nächsten Tag wurde der Transcanada gesperrt und wir saßen fest, mitten in der Prärie, weit und breit kein Dorf. Gut, dass wir jede Menge Essen bei uns hatten! Während die Stunden verstrichen, wurde der Stau immer länger. Bis hinter beide Horizonte erstreckten sich die Blechdosen. Mir war es recht. Ich hatte die Nase voll vom Fahren.

Tage später in Ontario wurde der Highway abermals gesperrt. Zum Glück befanden wir uns dieses Mal in einem Dorf. Auch hier waren unzählige Leute gestrandet. Die Hotels, Bars und Restaurants waren überfüllt, besonders mit LKW-Fahrern. Es war eine tolle Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, denn die meisten taten diesen Beruf seit vielen Jahren und alle hatten sie mehr als eine aufregende Geschichte zu erzählen. Wir waren so was wie eine Familie, und dieses Gefühl empfand ich oft bei meinen Reisen durch Kanada.

Als am nächsten Tag der Highway geöffnet wurde, sahen wir, warum der Highway gesperrt war. Ich zählte sieben Lastwagen, die im Straßengraben lagen! Wieder fragte ich mich, was ich mir bloß dabei gedacht hatte, als ich die Lizenz erwarb. Mein erster Winter als LKV-Fahrerin ist bis heute mein schlimmster geblieben. Aber hey! In den warmen Jahreszeiten ist dieser Job toll!


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