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Gesundheit in Kanada

W ie in der Schweiz, so ist auch in Kanada die Krankenversicherung ein grosses Thema. Anders als in der Schweiz ist diese hier «gratis». Das heisst, sie wird vom Staat beziehungsweise von den Steuergeldern finanziert. Dabei deckt sie aber nicht alles und jede Rechnung. Zahnarzt, Augenarzt, rezeptpflichtige Medikamente, Langzeitpflege, Hauspflege und weiteres müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Oder man kann durch den Arbeitgeber ein Versicherungspaket erwerben, bei dem beide Parteien monatlich einzahlen. Aber auch dieses hat seine Grenzen. Manches wird auch von den einzelnen Provinzen unterstützt, zum Beispiel Fürsorge für jene, die in Armut leben, Kinder und Senioren. Jeder kanadische Bürger und «Permanent Resident» hat ein Recht auf Krankenversorgung durch qualifizierte Ärzte und Zugang zu Spitälern. Jedoch beklagen sich manche Leute, dass dieses System viele Mängel hat, so zum Beispiel lange Wartelisten bei Familienärzten und noch längere bei Spezialisten, lange Wartezeiten für Operationen, zu wenig spezialisierte Ärzte und Krankenschwestern oder überfüllte Spitä- ler. Pro 1000 Einwohner gibt es im Schnitt einen Arzt. Manche Leute befürworten eine private Versicherung wie in der Schweiz und den USA, jedoch sind diese zwei Länder bekanntlich die beiden teuersten Länder der Welt in Sachen Krankenversorgung, während Kanada eines der Länder mit der höchsten Lebenserwartung ist – im Durchschnitt werden die Leute hier 80 Jahre alt – und der niedrigsten Säuglingssterberate. Ob das etwas mit dem System dieser Krankenversorgung zu tun hat? Ich selbst jedenfalls finde es toll. Als ich 2009 hierherzog, konnte ich es kaum glauben, als ich erfuhr, dass meine Krankenkasse vom Staat finanziert wird. Ich bin schon ein paar Mal in die Notfallaufnahme gegangen, wo die Wartezeiten für mich immer akzeptabel waren, und es dauerte etwa ein halbes Jahr, bis ich einen Familienarzt bekam, nachdem ich «Permanent Resident» geworden bin. Während der Schwangerschaft habe ich unzählige Male Gebrauch von der kanadischen Krankenversorgung gemacht: Arztbesuche, Ultraschalluntersuchung, allerlei Tests, Geburtshilfe sowie wie eine Kaiserschnittoperation. Jedenfalls bin ich froh, dass ich für all das nie eine Rechnung erhalten habe. Hierbei möchte ich auch die Arbeitslosenversicherung erwähnen. Ich mache zur Zeit zum zweiten Mal Gebrauch davon – für meinen Mutterschaftsurlaub, der sagenhafte 52 Wochen lang ist, jedoch nur zu 55 Prozent des Lohnes. Zum Vergleich: In der Schweiz kriegt man nur 14 Wochen, dafür 80 Prozent des Lohnes. Ich muss sagen, dass mir weniger Geld, dafür mehr Zeit mit dem Kind viel wichtiger ist. Alle bisherigen AuswandererKolumnen finden Sie unter www.bielertagblatt.ch/ auswanderer

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