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Die Amisch - ein Leben wie im 17. Jahrhundert - Teil 2

In meinem letzten Blog-posting habe ich über das Leben der Amisch geschrieben, wie diese Religion entstand und wie diese Menschen von der Schweiz nach Nordamerika auswanderten. Ihre Lebensweise ist streng geregelt und einfach – was in den Augen der modernen Menschen als kompliziert und unangenehm erscheinen mag.

So haben die Amisch eine strenge Kleiderordnung: Sie müssen einfach sein, keine auffälligen Farben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Make-up und Schmuck ist nicht erlaubt, nicht einmal Eheringe. Unverheiratete Männer rasieren sich das ganze Gesicht, Verheiratete tragen einen Bart. Schnurrbärte sind verboten, weil sie an das Militär erinnern. Die Frauen flechten ihr Haar zu Zöpfen oder sie tragen ein weißes Häubchen oder das schwarze Bonnet. Lange Ärmel, schwarze Schuhe, weiße Schürze… die Regeln der Kleidungen gehen noch weiter ins Detail und sie symbolisieren Zugehörigkeit und die Bindung zu Gott. Ich war doch sehr überrascht, als ein amisch-Freund mir erzählt, dass in der Kirche die Frauen von den Männern getrennt sitzen, selbst die Verheirateten. Auch haben sie sich der Gewalt abgeschworen und weigern sich, in der Armee Dienst zu tun. Die konservativsten von allen sind die sogenannten Schwarzentruber. Die weigern sich sogar, das orange Dreieck am hinteren Teil ihrer Pferdekutsche anzubringen. Dieses steht für „Achtung – langsame Fahrzeuge“ und dient zu ihrer Sicherheit. Ein Schwarzentruber sieht dies jedoch als Dekoration an und somit als unpassend. Diese Kommune würde auch niemals ein anderes Buch lesen als die Bibel.

Einmal fragte ich eine Amisch, ob ich ein Foto von ihr und der Pferdekutsche machen dürfte. Sie verneinte freundlich, ich fragte warum. „Weil wir Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Gott will nicht bildlich dargestellt werden und dasselbe soll daher für uns Menschen gelten.“

Sie sprechen das sogenannte Pennsylvannia Dutch. Dutch ist ein englisches Wort und heißt: holländisch bzw. Holländer, was irreführend ist, denn das Wort „Dutch“ ist in der amischen Sprache ein Dialekt für „Deutsch“. Wenn ich diese Sprache jedoch höre, kommt sie mir eher holländisch als deutsch vor. Manche Wörter sind die gleichen wie im Schweizerdeutsch bzw. Deutsch, andere klingen ähnlich, und manches verstehe ich überhaupt nicht.

Gott ist das Zentrum ihres Lebens, und die Familie. Ich kenne solche mit bis zu neun Kindern und habe von solchen mit fünfzehn gehört. Sie führen ein Leben, das von vielen Regeln und Einschränkungen geprägt ist, und trotzdem scheinen sie glücklich und sorgenfrei. Wenn es um materielle Dinge geht, ist weniger vielleicht doch mehr.


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