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Ein weiterer kanadischer Winter

Ein weiterer kanadischer Winter

Wieder einmal steht ein Winter vor der kanadischen Tür. Da kommen mir folgende Begriffe in den Sinn: Minus 30 Grad Kälte, im Schneesturm Auto fahren, Brennholz stapeln, hacken, herumschleppen und das Feuer immer schön im Gang halten. Dies ist nun mein achter Winter in Kanada. Zwei davon waren milde – nie kälter als -10 Grad mit wenig Schnee. Alle anderen Winter waren, unverblühmt ausgedrückt: saukalt und eishart. Ich mochte Schnee eigentlich immer gerne, bis ich nach Ontario kam. Im Seeland ist diese Saison eher milde und nass, wenig Schnee fällt. Will Schweizer den Tiefschnee, muss er in die Berge fahren, und hat er genug davon, fährt er wieder zurück ins warme, grüne Seeland.

Nicht aber in Kanada - hier gibt es kein Entkommen. Den allerschlimmsten Winter – und den werde ich nie vergessen – hatten wir 2013/14. Von Anfang November bis Ende April hielten antarktische Verhältnisse diesen Teil von Nordamerika im Würgegriff. Wochenlang Temperaturen von -20 bis -35 Grad während des Tages – eine Kälte, die richtig weh tut auf den Wangen. Ohne Gesichtsschutz läuft nichts. Ein Blizzard jagte den nächsten. Die Schneepflüger wussten nicht mehr wohin mit all dem Pulver. Ich hörte so manche ältere Leute sagen, dass dies der schlimmste Winter sei, den sie je gesehen hatten. Und ein sechzigjähriger Mann hat so einige Winter gesehen. Viele Läden in kleineren Dörfern büßten hohe Verluste ein, weil die Straßen so oft gesperrt waren und sich niemand hinaus traute. Wie gesagt: eigentlich mag ich Schnee sehr gerne, aber wenn man Auto fährt und den Himmel von der Landschaft nicht mehr unterscheiden kann… wenn man nicht weiß, ob man zu weit rechts fährt und gleich im Graben landet, oder ob man sich doch vielleicht zu weit links befindet und bald mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert… da hört meine Liebe für den Winter auf. Oft sah ich mich gezwungen, einfach mitten auf der Straße anzuhalten und die Warnlichter einzuschalten. Lieber Winter, ich mich geschlagen! Einen Straßenrand gab es leider nicht, der war unter einer 1 Meter hohen Decke Schnee begraben.

Und das alles wird noch schöner, wenn doch mal ein paar Tage Milde herrscht und es in all diesen Schnee hineinregnet – und diese Matschmasse dann gefriert. Da nützt alles Schneeschaufeln -und schneuzen nichts mehr, sondern nur noch der Eispickel. Oder besser: Einfach aufgeben, drinnen bleiben, das Feuer schüren, Kaffee trinken und ausharren. Schließlicht währt selbst in Kanada der Winter nicht ewig.

Es ist nun November 2016 und ich bin gespannt, was das Wetter dieses Mal für uns Hartgesottenen bereithält.

#ausgewandert #Kanada #kanadischerWinter #Schneesturm

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