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Die Amisch - ein Leben wie im 17. Jahrhundert

Die Amisch – ein Leben wie im 17. Jahrhundert – Teil 1

Wenn man die Amisch mit ihren Pferdekutschen die Straßen entlang pendeln sieht, fühlt man sich in die Zeit zurückversetzt. Oder wie sie ihre Felder mit Pferden bestellen und das Getreide in Garben bündeln. Oder die Kinder, wie sie in altmodischen Kleidern und Strohhüten barfuß die Straße entlanglaufen, auf dem Weg in die Schule. Diese streng gläubischen Leute haben ihre Wurzeln in der Schweiz und in Deutschland. Da die Amisch und auch die Mennoniten die Schweiz mit Kanada verbindet, wollte ich der Sache auf den Grund gehen:

Im Jahre 1693 spalteten sich in der Schweiz von den Mennoniten die Amisch ab, die sich nach ihrem Gründer Jakob Amman benannten. In Ontario gelten die Mennoniten als die etwas moderneren Menschen. Sie haben eventuell einen Traktor, einen Rasenmäher oder sogar ein Auto. Die Amisch hingegen verzichten auf möglichst jede Annehmlichkeit wie Strom und motorisierte Fahrzeuge. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde ihre Religion zunehmend eingeschränkt und verfolgt. So flüchteten viele nach Osteuropa, Kanada und die USA.

Heute leben sie weltweit, über 2 Millionen Menschen. In Ontario gibt es ungefähr 427 Siedlungen und 1826 Gemeindedistrikten. In der Schweiz gibt es heute nur noch etwa 2500 Mitlieder und diese leben ausschließlich im Nordwesten der Schweiz.

Grundsätzlich leben die Amisch von der Landwirtschaft, aber es gibt auch Schreiner, Bauarbeiter und Maurer. Die Frauen machen gerne ein Geschäft mit ihren Bäckereien und Näharbeiten. Sie lehnen die meisten modernen Geräte und Technologien ab, wobei es viele verschiedene Kommune mit ihren ganz eigenen Regeln gibt. Diese Menschen ziehen einen klaren Strich zwischen „etwas gebrauchen“ und „etwas besitzen“. Es ist in Ordnung, ein bestimmtes Ding zu gebrauchen, du sollst es aber nicht besitzen. So haben manche Amisch ein Telefon, welches sie im Stall haben dürfen, nicht aber im Haus, weil das mit ihrem familiären- und gottesfürchtigen Leben in Konflikt geraten könnte. Sie haben keinen Strom, dürfen aber Batterien benutzen, zum Beispiel für Taschenlampen in der Nacht. Manchmal lassen sie sich von den „English“ - wie sie uns moderne Menschen nennen – gegen Bezahlung von A nach B fahren, wenn sie große Besorgungen machen müssen oder die Strecke für ein Pferd zu lange ist. Die Amisch lehnen also nicht alles ab, was mit der modernen Welt zu tun hat. Es sind Leute, die ein einfaches Leben in Demut führen wollen, was in diesem Zeitalter immer schwieriger wird. So überprüfen sie jede neue Erfindung erst sorgfältig, ob es negative Auswirkungen auf ihren Lebensstil hat, bevor sie es akzeptieren oder ablehnen.

#ausgewandert #Kanada #Amisch

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