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Rezension zu "Momo" von Michael Ende


Ich finde, dass diese Geschichte etwas sehr unheimliches und beklemmendes hat, mit ihren eintönigen Städten, gestressten Menschen, die riesigen Müllhalden am Rande der Stadt, die unheimlichen grauen Herren. Und auch, weil dieses Märchen der Realität unserer heutigen Gesellschaft sehr nahe kommt. Wir haben keine grauen Herren unter uns, wir sind unsere eigenen grauen Herren, die uns selbst und unseren Kindern die Zeit stehlen, immer in Eile, alles mögliche und unmögliche zu erledigen. Wir kaufen unseren Kindern die neueste Elektronik und unfantasievolle Spielsachen, anstatt sie in Langeweile schwelgen zu lassen. Denn die Langeweile treibt Kinder dazu, ihre Fantasie zu gebrauchen, Spiele selbst zu erfinden und Abenteuer zu suchen. Wir wollen billig kaufen und werfen es dann bald weg, weil es billig gebaut ist. Viele von uns gehen der täglichen Arbeit freudlos nach, wir zwängen uns in eintönige, triste Städte, immer gieren wir nach mehr und wenn wir dann ein langerwünschtes Ding endlich kriegen, dann lässt es uns dennoch irgendwie leer, oder wir realisieren, dass wir damit noch immer genau so glücklich oder unglücklich sind wie zuvor.

Michael Ende hat liebevolle Charaktere erschaffen wie der alte Beppo Strassenkehrer, Gigi der Geschichtenerzähler und Momo, die ein Leben führt, dass wir uns doch alle insgeheim wünschen – frei und unabhängig zu sein, ohne Verantwortungen und Pflichten, und immer hat sie genug Zeit zum spielen und um ihren Freunden zu zuhören.


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