Recent Posts
Posts Are Coming Soon
Stay tuned...
Featured Posts

CHRISTIANE F. - MEIN ZWEITES LEBEN


„Wenn das Fixen zum Muss wird, dann geht dieser geile Turn weg. Wenn du nur noch deinen Affen füttern musst, dann wird es zur Sucht, denn diesen Flash bekommst du dann nicht mehr, du musst nur nachschießen, um dich überhaupt normal zu fühlen, gegen den Turkey. Und das ist scheiße.“

Son, nun habe ich es endlich gelesen.

Dieses Buch kommt nicht an seinen Vorgänger heran, dennoch ist es sehr lesenswert. In „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ geht es ausschließlich um Drogen und alles, was damit zu tun hat. „Mein zweites Leben“ jedoch ist da vielschichtiger und erzählt von allerlei Aspekten aus Christianes Leben. Die Jobs die sie hatte, all die verschiedenen Freunde, die kamen und gingen, der Aufenthalt im Gefängnis, Reisen, die sie unternommen hat, viele Jahre des clean-seins und viele Jahre der Abhängigkeit. Und endlich erfährt man den Namen ihrer Schwester!

„Mein zweites Leben“ hat recht viel böse Kritik von Amazon-Kunden erhalten. Viele Leute sind der Meinung, dass die Christiane ständig allen anderen die Schuld für ihr Elend gibt, dass sie zu viel damit prallt, berühmte Leute zu kennen und dass die Erzählung ein chronologisches Chaos und oft zusammenhanglos ist. Ich schließe mich diesen Meinungen überhaupt nicht an.

Erstens: Christiane erwähnt durch das ganze Buch hindurch immer wieder, dass sie sehr viele falsche Entscheidungen in ihrem Leben getroffen hat und dass ihre Lebensumstände hauptsächlich aus ihrem eigenen Zutun hervorgegangen sind. Sie entschuldigt sich sogar bei ihren Eltern, dass sie in dem ersten Buch so schlecht dagestanden haben.

Zweitens: Ja, sie erzählt etwas oft von den Promis, die sie kennt, aber ich finde nicht, dass es wie Prallerei rüberkommt. Sie erzählt einfach nur, was sie erlebt hat.

Drittens: Ja, die Chronologie ist etwas drunter und drüber, aber dennoch finde ich, dass man ihren Lebensablauf gut mitverfolgen kann.

Es ist einfach spannend zu erfahren, was aus ihr geworden ist, wie es nach dem „wahnsinnigen Tal“ weiterging und so allerhand hat sie ja erlebt, das sich zu erzählen lohnt.

Sie ist zwar 35 Jahre älter, aber sie hat immer noch diesen frechen Ton, diese mitreißende Erzählweise, die unverschämte Ehrlichkeit und die gnadenlose Ansicht unserer Gesellschaft. Genauso, wie wir sie damals schon lieben gelernt haben. Ich hoffe, sie lebt noch weitere dreißig Jahre, dann vielleicht wird es noch ein drittes Buch von ihr zu lesen geben.


Kontakt  Sitemap        

Copyright Janine Tollot 2015. All rights reserved