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CHRISTIAN FROMMERT "DANN ISS' HALT WAS!"


So ergreifend wie das Buch vom Bahnfof Zoo ist auch die Biografie von Christian Frommert ‚Dann iss’ halt was’.

Christian erzählt von seinem Leben mit Anorexia, die er mit liebevollem Hass ‚Anna’ nennt. Und oft redet er von ihr als wäre sie eine Person – eine eifersüchtige, besitzergreifende, zerstörerische Freundin, die er nicht loswerden kann (und oftmals auch nicht will), so sehr er es auch versucht.

Bulemie ist eine Krankheit, die für die Unbetroffenen sehr schwer zu verstehen ist – wie bloß kann man sich freiwillg – bis es zum Zwang wird - Tag für Tag, nach jeder Mahlzeit erbrechen?

Aber noch schwieriger zu begreifen – jedenfalls für mich – ist Anorexia. Ich kann mir kaum vorstellen, wie viel Willenskraft es braucht, sich regelrecht zu Tode zu Hungern. Und der Christian erzählt davon, dass er stets sicher geht, dass sein Kühlschrank immer vollgestopft ist mit Essen, und sich dann trotzdem nur zwei Bissen pro Tag davon gönnt. Dass er freudig darauf wartet, dass die Lebensmittel dem Verfallsdatum verfallen und er es wegwerfen kann. Anorexia ist eine sehr komplexe Krankheit, sie sehr tief in die Psyche eines Menschen reicht, genauso wie die Drogensucht und Alkoholabhängigkeit. Und der Christian schildert auch treffend und schonungslos das gestörte Verhältnis unserer Gesellschaft dem Essen gegenüber: Überall gibt es Fast Food Restauraunts (hier in Kanada viel schlimmer als in Europa, und doch nicht ganz so schlimm wie in den Staaten), und überall werden Diäten angepriesen. Tagtäglich finden wir uns in einem Krieg zwischen einem immensen Überfluss an Nahrung und das Bedürfnis, schlank und schön zu sein, wieder. All diese Diäten-Gurus, die behaupten, all die Antworten zu haben und all die grässlich schlanken Leute in Werbungen, Filmen und Magazinen – wissen sie denn nicht, wie viel Schaden sie anrichten? Besonders an unserer Jugend? Was mich auch sehr stört an den heutigen Filmen, ist, dass man kaum mehr normal aussehende Schauspieler zu sehen bekommt. Besonders bei den Newcomern weiss man sofot, dass diese Person die Rolle nur bekommen hat, weil sie nicht gutaussehend ist, sondern weil sie einfach umwerfend kitschig und operationstisch-mässig schön ist. Talent spielt da keine Rolle mehr, nur noch das Aussehen. Und wie viele Leute trifft man täglich auf der Strasse oder sonstso, wie aussehen wie Megan Fox?

Fazit: Auch dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre in jeder Schule rund um die Welt sein.


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