Meine Lesetipps

Auf dieser Seite bespreche ich kurz meine Lieblingsbücher. Dabei gehe ich nicht detailliert auf die jeweiligen Handlungen ein, sondern erzähle einfach, warum mir das Buch gefällt. Wie so manche Schreiberlinge das sicher kennen, lesen wir Bücher nicht nur zum Spass, sondern auch, um vom Schreibstil anderer Autoren bzw. Schriftstellern zu lernen.

CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO

 

EIN ZEITLOSER KLASSIKER

 

"Ich hatte keine Plaene mehr, nur noch Traeume."

 

Wer kennt sie nicht, die Christiane und ihren Detlef? Wer hat das Buch gelesen und war nicht total erschüttert?

 

Ich tue mich immer sehr schwer damit, ein Buch zwei Mal zu lesen. Dass ich ein Buch drei Mal lese, ist bis jetzt noch nie vorgekommen – ausser ‚Wir Kinder vom Bahnhof Zoo’ und ‚Das Silmarillion’ von J.R.R. Tolkien. (Aber zu diesem Buch später.)

Das Buch der Christiane Felscherinow habe ich wahrscheinlich 5 Mal gelesen und mir das Hörbuch etwa ein dutzend Mal angehört. Beides kann ich mehr als nur empfehlen. Das Hörbuch, so scheint mir, ist etwas gekürzt, aber nur satzweise hier und da, aber die beiden Leserinnen Anna Thalbach (als Christiane) und Katharina Thalbach (als Christinaes Mutter) machen das hervorragend. Fast glaubt man, dass die tatsächlichen Personen einem das Buch vorlesen. Anna Thalbach hat hat eine super-Stimme.

Das Buch sollte man sich auch in das Regal der Klassiker stellen, denn das kommt mit vielen Fotos von den Schauplatzen und Menschen, die in der Erzählung vorkommen.

Ich will hier nicht auf Details eingehen, weil bestimmt so jeder – jedenfalls die Leute meiner Generation und eine davor – dieses Buch kennen.

Was ich aber hierfür loswerden will, ist, dass ich dieses Buch meiner Tochter zum Lesen geben werde, wenn sie alt genug dafür ist. ‚Wir Kinder vom Bahnhof Zoo’ sollte eine Pflichtlektüre in jeder Schule rund um die Welt sein. Denn es ist einer der Gründe, warum ich eine Heidenangst vor Drogen habe und mir das nie auch nur ein einziges Mal angetan habe. Dieses Buch sollte so manchen Teenager abschrecken.

PATRICK SÜSKIND - DAS  PARFUM

 

„Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte.“

 

Und da mein heutiger Schreibtipp von Beschreibungen handelt, möchte ich hierfür den Meister der Beschreibungen vorstellen.

Wir alle können etwas von diesem Buch lernen, nur die wenigsten können so lebhaft und bildlich beschreiben -  besonders, was den olfaktorischen Sinn betrifft. Und Süsskinds Beschreibungen erstrecken sich oft über mehrere Seiten, doch werden sie nie langweilig.

Die Figur Jean-Baptiste ist eine der merkwürdigsten. Sein Innenleben ist so abartig und wohl kaum ein Leser kann sich mit ihm identifizieren, und doch liebt man ihn und will doch nur, dass er auch von den Menschen im Buch geliebt wird, dass er doch bloss einen Freund findet. Ich war oft so verzweifelt für ihn, weil ihn niemand versteht. Er ist eine solch’ dramatische Figur mit einem solch’ aussergewöhnlichen Talent, wie man sie so noch nie kennengelernt hat.

Ich mag Bücher, in denen der Bösewicht die Hauptfigur ist und der Autor den Leser dazu bringt, ihn/sie zu lieben, zu verstehen und für ihn zu hoffen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist auch Stephen King’s George Stark. 

WALTER MOERS "DER SCHRECKSENMEISTER

 

„Jetzt im Angebot: Wirkungsreduzierte Schrecksenflüche, Weissagungen ohne Erfüllungsgarantie. Im dezenten Jutebeutel: Placebo-Warzensalbe.“

 

Das Krätzchen (nicht zu verwechseln mit Katze, den dieses Exemplar spricht) Echo hat ihre Meisterin verloren und sieht sich einem Leben auf der Strasse gegebenüber. Der Schrecksenmeister Eispin rettet Echo vor dem Hungertod und macht ihm hierbei ein schreckliches Angebot: Er bietet ihm an, ihn für einen Monat lang mit den köstlichsten Delikatessen zu mästen, wenn er ihn dann beim nächsten vollen Mond schlachten kann. Denn er braucht des Krätzchens Fett für ein geheimnisvolles, alchemistisches Rezept. Echo, dem Hungertod nah, willigt ein, sicher, dass er sich irgendwie aus dem Vertrag würde herauswinden können.

So bringt Eispin Echo auf sein gruseliges Schloss, wo er sich mit Krätzchenschmaus verwöhnen läßt, dabei immer dicker wird und  mit jedem Tag verzweifelter versucht, dem eisernen Griff des Schrecksenmeisters und seines Schlosses zu entkommen.

 

Es sollte ein Walter Moers-Lexikon geben. Dieser Schriftsteller hat einen unerschöpflichen Vorrat an selbst erfundenen Wörtern und Begriffen, was dieses Buch so frisch, so lustig, so andersartig macht. Er geht gerne ins Detail, besonders, was die Beschreibung von Essen betrifft. Klingt langweilig, denkst du jetzt vielleicht, nicht aber bei Walter Moers. Da wünscht man sich glatt, selbst das Krätzchen zu sein und Eispins Gast zu sein.

 

Das Buch bleibt zudem frisch mit vielen schwarz-weiss Bildern und dann und wann anderen Schriftarten- und größen, um wichtige Aspekte aus den Texten vorzuheben. Besonders faszinierend finde ich den Charakter von Eispin. Man fürchtet und hasst ihn, manchmal bemitleidet man ihn und glaubt, dass er vielleicht doch noch einen Funken Gutes in sich hat und dem Krätzchen Gnade zeigt.

Das Buch ist so fantasievoll wie fantasievoll nur sein kann, ich würde ihn mit Terry Pratchett vergleichen – humorvoll, andersartig, etwas noch nie dagewesenes. Mit Walters Moers Bücher wird es einem nie langweilig. Ich habe das Buch in nur 3 Tagen gelesen, so sehr war mir der liebenswerte Echo ans Herz gewachsen und ich mußte einfach so schnell wie möglich herausfinden, wie er überleben wird.

Hierzu kann ich auch „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers sehr empfehlen.

CHRISTIAN FROMMERT "DANN ISS' HALT WAS!"

 

So ergreifend wie das  Buch vom Bahnhof Zoo ist auch die Biografie von Christian Frommert ‚Dann iss’ halt was’.

Christian erzählt von seinem Leben mit Anorexia, die er mit liebevollem Hass ‚Anna’ nennt. Und oft redet er von ihr als wäre sie eine Person – eine eifersüchtige, besitzergreifende, zerstörerische Freundin, die er nicht loswerden kann (und oftmals auch nicht will), so sehr er es auch versucht.

Bulemie ist eine Krankheit, die für die Unbetroffenen sehr schwer zu verstehen ist – wie bloß kann man sich freiwillg – bis es zum Zwang wird -  Tag für Tag, nach jeder Mahlzeit erbrechen?

Aber noch schwieriger zu begreifen – jedenfalls für mich – ist Anorexia. Ich kann mir kaum vorstellen, wie viel Willenskraft es braucht, sich regelrecht zu Tode zu Hungern. Und der Christian erzählt davon, dass er stets sicher geht, dass sein

Kühlschrank immer vollgestopft ist mit Essen, und sich dann trotzdem nur zwei Bissen pro Tag davon gönnt. Dass er freudig darauf wartet, dass die Lebensmittel dem Verfallsdatum verfallen und er es wegwerfen kann. Anorexia ist eine sehr komplexe Krankheit, sie sehr tief in die Psyche eines Menschen reicht, genauso wie die Drogensucht und Alkoholabhängigkeit. Und der Christian schildert auch treffend und schonungslos das gestörte Verhältnis unserer Gesellschaft dem Essen gegenüber: Überall gibt es Fast Food Restauraunts (hier in Kanada viel schlimmer als in Europa, und doch nicht ganz so schlimm wie in den Staaten), und überall werden Diäten angepriesen. Tagtäglich finden wir uns in einem Krieg zwischen einem immensen Überfluss an Nahrung und das Bedürfnis, schlank und schön zu sein, wieder. All diese Diäten-Gurus, die behaupten, all die Antworten zu haben und all die grässlich schlanken Leute in Werbungen, Filmen und Magazinen – wissen sie denn nicht, wie viel Schaden sie anrichten? Besonders an unserer Jugend? Was mich auch sehr stört an den heutigen Filmen, ist, dass man kaum mehr normal aussehende Schauspieler zu sehen bekommt. Besonders bei den Newcomern weiss man sofot, dass diese Person die Rolle nur bekommen hat, weil sie nicht gutaussehend ist, sondern  weil sie einfach umwerfend kitschig und operationstisch-mässig schön ist. Talent spielt da keine Rolle mehr, nur noch das Aussehen. Und wie viele Leute trifft man täglich auf der Strasse oder sonstso, wie aussehen wie Megan Fox?

Fazit: Auch dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre in jeder Schule rund um die Welt sein.

STEPHEN KING - DER FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

 

„Warum müßen Menschen tot sein?“

 

"Es gab Sonnensticht, Hitzschlag, Gehirnschlag und am Ende eines schwuelen Sommernachmittages konnte es noch Blitzschlag geben."

 

Seine Fans und die Medien nennen ihn ‚King of Horror’, aber ich nenne ihn lieber ‚Der Meister der Figuren’. Seine Protagonisten sind stets interessant, faszinierend, komplex, verrückt. King reicht immer bis auf die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

So auch in diesem Roman – „Friedhof der Kuscheltiere“ – der sich eingehend mit dem Tod beschäftigt.

Das Thema ist einfach: Die Familie Creek – Kinder Aileen und Cage, Vater Louis und Mutter Rachel und Katze Church - zieht von Chicago nach Ludlow. Dort zeigt ihnen Nachbar Chad den Tierfriedhof, nicht weit von ihrem Haus, und später, nachdem Church überfahren worden war, zeigt er Louis und nur Louis den Indianerfriedhof dahinter. Die beiden Männer vergraben die Katze dort, sie kommt zurück, jedoch mehr tot als lebendig.

Dann trifft ein Lastwagen den kleinen Cage und trotz allen Warnungen von Chad und einem wandelnden Geist, begräbt Louis auch ihn auf dem Indianerfriedhof. Der Junge kommt als Monster zurück, tötet Nachbar und Mutter, Vater vergräbt Mutter, Mutter kommt zuück und ...

... hier endet der Roman. Aber wer den Film gesehen hat oder auch sonst die Natur des Indianerfriedhofs verstanden hat, weiss bzw. kann sich denken, was passieren wird.

Stephen Kings Geschichten sind meistens eher langsam erzählt, manche Leute meinen, dass er zu oft zu weit ausholt, in die Vergangenheit abschweift, lange nur erzählt und erklärt. Das mag stimmen, jedoch schätze ich das bei ihm, denn er nimmt sich stets die Zeit, das Innenleben, die Vergangenheit, Gedanken und Gefühle, Ängste und Motive der Figuren darzustellen. King schreibt nie etwas halbherziges, er steckt immer sehr viel Leidenschaft in seine Romanfiguren und macht so das einfachste Thema zu einem Odysse. Wir Autoren können sehr viel von ihm lernen. Er baut die Spannung meistens langsam auf, Bauklotz um Bauklotz, und sein Schreiben ist sehr humorvoll, manchmal sarkastisch, dann schmutzig und plötzlich philosophisch.

Wie lange Louis mit sich ringt, ob er seinen Sohn auf diesem verfluchten Friefhof vergraben soll oder nicht, Rachel’s grässlichen Erinnerungen an ihre Schwester Zelda, welche mich fast zum weinen gebracht haben, , die Frauer der Familie nach Cage’s Tod, die Merkwürdigkeiten des von den Toten auferstandenem Church, der gruselige Marsch zum Indianerfriedhof, nachdem Louis seinen Sohn ausgegraben hat, und vieles mehr machn diesen Roman lesenswert. Ein guter, alter King, wie wir ihn alle lieben.

J.R.R. TOLKIEN - DAS SILMARILLION

 

So, nun komme ich endlich zu meinem Allzeit-favoriten, meine Bibel, meine Inspiration – Das Silmarillion.

Ich habe das Buch erstmals auf Englisch gelesen und wenn du glaubst, dass es schwere Kost ist, dann versuche es einmal auf eine Fremdsprache :-) Mehrmals war ich kurz davor, es frustriert in eine Ecke zu werfen, weil es so kompliziert war, doch ich habe durchgehalten, weil ich doch die Schönheit darin sah, und ich bereute es nicht. Später habe ich das Buch auf Deutsch gelesen und mir das Hörbuch zig-Mal angehört. Dieses wird von Achim Höppner gelesen – die deutsche Stimme von Gandalf, der leider von ein paar Jahren gestorben ist. Die Geschichte(n) des Silmarillion sind sehr reich und seine Stimme bereichert das Buch noch mehr. Seine Stimme ist so gewaltig wie Tolkiens Art zu schreiben. Achim Höppner könnte mir meine Steuererklärung vorlesen und sie würde in meinen Ohren wie Musik klingen.

Nachdem ich mich eingehend mit dem Buch befasst habe, verstehe ich es jetzt auch viel besser. Mir scheint es praktisch unmöglich, alles zu verstehen beim einmaligen Lesen – so verhält es sich ja auch mit der Bibel ;-)

Alles macht nun einen Sinn und ja, hat sogar einen Zusammenhang. Kein anderes buch stellt das Volk der Elfen in dramatischerer Weise und noch schöner dar. Jedes Buch, das ich danach üer Elfen gelesen habe, war eher

entäuschend. Auch macht der Herr der ringe viel mehr Sinn, wenn man erst das Silmarillion gelesen hat. Und wie oft habbe ich mir gewünscht, so wie Tolkien schreiben zu können? Muss ich dafür erst Linguistik studieren? Tolkien ist der Elvis Presley unter den Fantasy-Schriftstellern, Seinesgleichen wird es nie mehr geben. Er hat nicht nur eine Welt erschaffen, sondern ein ganzes Universum, von seiner Entstehung in der Tiefe der Zeit, mit unzähligen Geschichten über den Zeitraum von tausenden von Jahren bereichert.

Es gibt im Internet viele Diskussionen über das Silmarillion als einen Film. Ein Film würd dem Werk nie gerecht werden, es müssten 10 Filme sein! Wie gerne würde ich die Szenen sehen, in der Morgoth und Ungoliath die Silmaril stehlen und die Welt verdunkeln. Wie die Noldor üer das ewige Eis der Helcaraxe nach Mittelerde wandern. Der unglaubliche Feanor. Wie Fingolfin gegen Morgoth kämpft. Wie Hurin, an einen Stein gefesselt, von Morgoth dazu verdammt ist, hilflos zuzusehen, wie seine Familie ins Verderben stürzt. Gondolin und seine sieben geheimen Tore. Die Pracht der Hallen von Menegroth. Wie Ulmo Turgon aus den Wellen des Meeres erscheint. Die hohen Valar in ihrem schönen Valinor und nicht zuletzt die Erschaffung, der Aufstieg und der Untergang von Numenor...

MICHAEL ENDE - MOMO

 

„Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken. Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude und dann macht man seine Sache gut.“

Beppo Straßenkehrer

 

Ich finde, dass diese Geschichte etwas sehr unheimliches und beklemmendes hat, mit ihren eintönigen Städten, gestressten Menschen, die riesigen Müllhalden am Rande der Stadt, die unheimlichen grauen Herren. Und auch, weil dieses Märchen der Realität unserer heutigen Gesellschaft sehr nahe kommt. Wir haben keine grauen Herren unter uns, wir sind unsere eigenen grauen Herren, die uns selbst und unseren Kindern die Zeit stehlen, immer in Eile, alles mögliche und unmögliche zu erledigen. Wir kaufen unseren Kindern die neueste Elektronik und unfantasievolle Spielsachen, anstatt sie in Langeweile schwelgen zu lassen. Denn die Langeweile treibt Kinder dazu, ihre Fantasie zu gebrauchen, Spiele selbst zu erfinden und Abenteuer zu suchen. Wir wollen billig kaufen und werfen es dann bald weg, weil es billig gebaut ist. Viele von uns gehen der täglichen Arbeit freudlos nach, wir zwängen uns in eintönige, triste Städte, immer gieren wir nach mehr und wenn wir dann ein langerwünschtes Ding endlich kriegen, dann lässt es uns dennoch irgendwie leer, oder wir realisieren, dass wir damit noch immer genau so glücklich oder unglücklich sind wie zuvor.

Michael Ende hat liebevolle Charaktere erschaffen wie der alte Beppo Strassenkehrer, Gigi der Geschichtenerzähler und Momo, die ein Leben führt, dass wir uns doch alle insgeheim wünschen – frei und unabhängig zu sein, ohne Verantwortungen und Pflichten, und immer hat sie genug Zeit zum spielen und um ihren Freunden zu zuhören.

CHRISTIANE F. - MEIN ZWEITES LEBEN

 

„Wenn das Fixen zum Muss wird, dann geht dieser geile Turn weg. Wenn du nur noch deinen Affen füttern musst, dann wird es zur Sucht, denn diesen Flash bekommst du dann nicht mehr, du musst nur nachschießen, um dich überhaupt normal zu fühlen, gegen den Turkey. Und das ist scheiße.“

 

Son, nun habe ich es endlich gelesen.

Dieses Buch kommt nicht an seinen Vorgänger heran, dennoch ist es sehr lesenswert. In „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ geht es ausschließlich um Drogen und alles, was damit zu tun hat. „Mein zweites Leben“ jedoch ist da vielschichtiger und erzählt von allerlei Aspekten aus Christianes Leben. Die Jobs die sie hatte, all die verschiedenen Freunde, die kamen und gingen, der Aufenthalt im Gefängnis, Reisen, die sie unternommen hat, viele Jahre des clean-seins und viele Jahre der Abhängigkeit. Und  endlich erfährt man den Namen ihrer Schwester!

„Mein zweites Leben“ hat recht viel böse Kritik von Amazon-Kunden erhalten. Viele Leute sind der Meinung, dass die Christiane ständig allen anderen die Schuld für ihr Elend gibt, dass sie zu viel damit prallt, berühmte Leute zu kennen und dass die Erzählung ein chronologisches Chaos und oft zusammenhanglos ist. Ich schließe mich diesen Meinungen überhaupt nicht an.

Erstens: Christiane erwähnt durch das ganze Buch hindurch immer wieder, dass sie sehr viele falsche Entscheidungen in ihrem Leben getroffen hat und dass ihre Lebensumstände  hauptsächlich aus ihrem eigenen Zutun hervorgegangen sind. Sie entschuldigt sich sogar bei ihren Eltern, dass sie in dem ersten Buch so schlecht dagestanden haben.

Zweitens: Ja, sie erzählt etwas oft von den Promis, die sie kennt, aber ich finde nicht, dass es wie Prallerei rüberkommt. Sie erzählt einfach nur, was sie erlebt hat.

Drittens: Ja, die Chronologie ist etwas drunter und drüber, aber dennoch finde ich, dass man ihren Lebensablauf gut mitverfolgen kann.

Es ist einfach spannend zu erfahren, was aus ihr geworden ist, wie es nach dem „wahnsinnigen Tal“ weiterging und so allerhand hat sie ja erlebt, das sich zu erzählen lohnt.

Sie ist zwar 35 Jahre älter, aber sie hat immer noch diesen frechen Ton, diese mitreißende Erzählweise, die unverschämte Ehrlichkeit und die gnadenlose Ansicht unserer Gesellschaft. Genauso, wie wir sie damals schon lieben gelernt haben. Ich hoffe, sie lebt noch weitere dreißig Jahre, dann vielleicht wird es noch ein drittes Buch von ihr zu lesen geben.  

11/22/63 – DER ANSCHLAG – STEPHEN KING

 

Der 22. November 1963 ist der Tag, an dem US-Präsident John F. Kennedy erschossen wurde.

Stephen King hat daraus eine „Was wäre, wenn-Geschichte“ gemacht. Bekanntlich findet er mit diesem Satz viele Ideen für ein neues Buch. Er fragte sich also: „Was wäre wenn ein Mann zurück in die Zeit reist und das Attentat verhindert?“

King stellt hier das Zeitreisen sehr realistisch dar – nicht mit einem Deloryen oder einer Zeitkapseln und auch nicht mittels einem Wurmloch. Da ist einfach diese Ecke in der Küche eines Restaurants. Wenn man da seinen Fuß auf der richtigen Stelle platziert, dann fühlte es sich an, als würde man eine Treppe hinunter gehen. In der einen Sekunde ist der Fuß noch da, in der nächsten ist er verschwunden, und noch eine später, und der Fuß ist wieder da, und man ist in einer anderen Zeit. An derselben Stelle, aber immer am gleichen Tag zur gleichen Zeit, denn der Protagonist Jake Epping reist mehrmals hin und zurück, um gewisse Ereignisse in der Vergangenheit zu verändern. Und jedes Mal, wenn er erneut in die Sechziger Jahre zurück reist, hat sich die Vergangenheit wieder in die ursprüngliche Version zurück verwandelt, denn diese ist halsstarrig und will nicht verändert werden.

Ein alter Freund, der im Sterben liegt und ihm die Stelle in seiner Küche zeigt, fleht ihn an, ihm seinen Sterbenswunsch zu erfüllen, bei dem er selbst gescheitert ist: in die Vergangenheit zurück zu gehen und John F. Kennedys Leben zu retten. Denn er glaubt, dass die Welt aus vielen Gründen eine viel bessere wäre, wenn Kennedys Leben nicht frühzeitig beendet worden wäre.

 

Also tut Jake Epping seinem Freund den Gefallen, doch das Loch in der Zeit bringt ihn einige Jahre zu früh zurück, ins Jahr 1958. Und so lebt er in den Sechziger Jahre ein erfülltes Leben – er trifft seine große Liebe, unterrichtet als Lehrer und spioniert so nebenbei die Oswald aus – Lee Oswald, der später an dem Mord Kennedys beschuldigt wird.

Manchmal ist das Buch etwas langatmig, doch es ist ein langsamer, stetiger, spannungserzeugender Aufbau, denn die Geschichte mit jedem Kapitel ein Stück rasanter macht.

Am beste gefällt mir an dem Buch, wie die Vergangenheit, die oft fast als eine unsichtbare, agierende Person dargestellt wird, alles versucht, um Jake Epping von seinem Vorhaben zu stoppen und je näher er seinem Ziel – Lee Oswald – kommt, desto hartnäckiger und mordlustiger wird die Vergangenheit. Und der Hammer ist dann der Schluss: Es gelingt Jake tatsächlich, Kennedy das Leben zu retten, doch als er zurück in seine Zeit reist, findet er die Welt in Trümmern. Nichts war so gekommen, wie sein alter Freund es sich erhofft hatte.

DIE KINDER HURINS - J.R.R. TOLKIEN

 

„Hurin der Standhafte verhöhnte Morgoth und sagte: „Du bist blind, Morgoth Bauglir, und du wirst es immer sein und nur das Dunkle sehen. Du weißt nicht, welchen Gesetzen die Herzen der Menschen folgen und wenn du es wüsstest, könntest du es nicht beeinflussen. Ein Narr, der ein Angebot Morgoths annimmt. Zuerst willst du nehmen, was man dir gibt und dann dein Versprechen nicht halten. Ich würde nur den Tod als Lohn empfangen, wenn ich dir sagte, was du wissen willst.“

Da lachte Morgoth und antwortete: „Du wirst den Tod noch wie eine Gnade von mir erflehen.“

 

„Die Kinder Hurins“ ist eine Geschichte, von der Tolkien auch im Silmarillion erzählt. Dieses Buch ist eine erweiterte, detailliertere Version davon. Zudem ist es das am einfachsten zu lesende Buch aus der Mittelerde-Saga. Jedoch empfehle ich, sich das Silmarillion vorab zu Gemüte zu ziehen, bevor man sich an diese Kost macht, da sich so ein paar andere Stränge aus diesem Epos hier einfädeln.

Wie in vielen seiner Geschichten ist Tolkien grausam zu seinen Figuren und mit Happy Ends geht er eher geizig um.

Hurin wird im Krieg gefangen genommen und Morgoth, der Herrscher der Orks und das Böseste unter den Bösen in der Geschichte der Literatur, fesselt ihn auf einen steinernen Thron weit oben auf Thangorodrim, seine Festung in den Bergen. Dann verflucht er Hurins Familie – seine Frau, seine Tochter, seinen Sohn, und zwingt ihn, jahrelang ihrem Elend von weitem zuzusehen, ohne, dass er irgendetwas dagegen tun kann.

So lernen wir Turin Turambar kennen, Hurins Sohn – ein sehr grimmiger, zorniger und eigensinniger Mensch, der vieles wagt, gewinnt und wieder verliert. Und seine Schwester Nienor, die durch die Begegnung des Drachen Glaurung den Verstand verliert.

„Die Kinder Hurins“ ist eine so unendlich traurige, herzzerreißende Geschichte, die mir tief unter die Haut geht.

JOE ABERCROMBIE - THE FIRST LAW TEIL 1-5

 

“Hoffnung ist für die Schwachen.”

 

Joe Abercrombies Fantasy Bücher sind was Besonderes, denn sie sind nicht so blumig und kitschig geschrieben wie so manche Bücher dieses Genres. Sie sind voller Humor, der oft bis zum Sarkasmus reicht, besonders, wenn seine Figuren agieren. Jede Figur in hat irgendeine Macke, so dass jeder Leser sich in irgendeinem Charakter wiederfinden kann. Am meisten fasziniert mich Glokta, der Hochinquisitor. Einst war er ein gefeierter Held und Soldat, doch dann wurde er im Krieg gefangen genommen und durch jahrelange Folter zum Krüppel gemacht. Merkwürdigerweise hat er nach seiner Freilassung den Beruf „Folterknecht“ gewählt. Glokta ist eine so entstellte, heruntergekommene, verknackste Gestalt, wie man sie so noch nie getroffen hat. Und die Torturen, die er tagtäglich durchstehen

muss, sind auch des Lesers Martyrium, so lebendig und bildhaft beschreibt Abercrombie sie.

Ich schreibe hier eine Rezension für fünf Bücher und möchte daher nicht auf jedes einzelne eingehen, aber die Bände halten so manches parat, was sich ein Fantasy-liebhaber wünschen mag: Viele lustige Namen (Dreibaum, Hundsmann); regelmäßiges Gemetzel mit vielen Helden, Möchte-gern-Helden und Feiglingen; ein verwöhnter Prinz, ein verkorkter Zauberer; ein rachesüchtiges, animalisches Mädchen; ein höchst eingenommener Reiseführer; ein alternder, depressiver General, ein Haufen verrückter und lebensmüder Wikinger; Machenschaften und rücksichtslose Pläne und Ziele der Politiker und Aristokraten… es sind vor allem die Figuren, die diese Bücher so interessant und lesenswert machen. Und viele davon entpuppen sich früher oder später als jemand ganz anderen, als das, was Joe einem glauben gemacht hat. Die Geschichte ist nie langweilig, halten viele Überraschungen parat; Gutes wird als Böses entlarvt, Böses wendet sich zum Guten.

FLUCHT AUS LAGER 14 -  BLAINE HARDEN

 

Ich kannte kein Mitleid oder Traurigkeit. Im Lager 14 hat man uns von Geburt an gelehrt, keine normalen menschlichen Gefühle zu empfinden. Manchmal versuche ich wie andere Leute zu weinen und zu lachen, nur, um zu sehen, ob es sich nach irgendetwas anfühlt. Jetzt, da ich frei bin, lerne ich, emotional zu sein. Ich fühle, wie ich von einem Tier zu einem Mensch werde.“ Shin Dong-Hyuk

 

Shin Dong–Hyuk ist in einem Arbeitslager in Nord Korea geboren worden und kannte bis zum Tag seiner Flucht im Alter von 21 Jahren keinerlei Freude. In seiner Mutter sah er nicht mehr als eine Wettstreiterin im Kampf um Nahrung, seinen Vater verachtete er, weil er ihm die Schuld gab, in diesem Lager leben zu müssen. (Manche Straftaten der Koreaner werden über drei Generationen lang bestraft.) Zu seinem Bruder hat er keine Beziehung, sieht ihn kaum, weil er in einer anderen Abteilung arbeitete. Überhaupt liessen die Wächter keinen Versuch ungelassen, die Gefangenen gegeneinander aufzuhetzen, einander zu verraten und sogar Strafen auszuteilen. Freundschaften und gegenseitiges Vertrauen ist im Lager 14 kaum bis gar nicht möglich. Die Methoden der Wächter, die Leben der Gefangenen so grausam und unerträglich wie möglich zu gestalten, sind unvorstellbar und für uns verwöhnte Westler nur sehr schwer zu verstehen, wie Menschen so brutal sein können. Seit seiner Geburt hat Shin tagtäglich am Rande des Hungertodes gelebt und der Drang zu fliehen, kam nicht daher, dass er frei sein wollte oder weil er die Welt ausserhalb des Zaunes sehen wollte. Nein, sein höchstes Ziel war es, seit - ein Mann ihm im Lager ausführlich davon erzählt hat - all das köstliche Essen zu probieren, das die Welt zu bieten hat. (Wobei ich mich frage, wie Shin reagiert hat, als er zum ersten Mal in seinem Leben übergewichtige Menschen gesehen hat.)

Doch dem Ausbruch folgte kein Happy End. Er musste feststellen, dass auch die

„freien“ Nord-Koreaner hungern und arm sind, sich von Abfällen ernähren, stehlen und betteln müssen, und dass auch sie von der Regierung tyrannisiert werden.

Nord Korea ist heute das einzige Land, das noch komunistisch regiert wird. Kim Jong-un ist der Welt letzter Diktator. Seine Familie hält das Land seit dem Ende des zweiten Weltkrieges in einem eisernen Griff fest. Sie schert sich einen Dreck um das Wohlergehen seiner Bürger, denn sie glauben, nur durch Gewalt, Unterdrückung und Hunger können sie die Menschen kontrollieren.

Shin gelangt nach China und von dort nach Süd-Korea, dann nach Amerika. Es fällt ihm sehr schwer, sich anzupassen, Freunde zu finden, Vertrauen zu seinen Mitmenschen aufzubauen. Er leidet unter post-traumatischem Stress, hat Albträume und Depressionen, weil er sich für den Tod seiner Mutter und seinem Bruder die Schuld gibt. Ihre Hinrichtung hatte er als Kind mitanschauen müssen, nachdem er den Wächtern verraten hatte, dass die beiden zu fliehen gedachten.

Und erst in Amerika lernt er, dass die Eltern Menschen sein sollten, die ihre Kinder lieben und versorgen. Und dass ein Sohn genauso für seine Eltern empfinden sollte. Er befürchtet, dass er in seinem Herz und Verstand ein Leben lang Gefangener von Lager 14 sein wird.

Nothing to envy (Nichts zu beneiden) – Deutscher Titel: IM LAND DES FLÜSTERNS - GESCHICHTEN AUS DEM ALLTAG IN NORDKOREA - BARBARA DEMICK „Ich wünschte, die Regierung würde uns einfach in Ruhe lassen und uns unser Leben leben lassen.“ So denken viele Nord Koreaner. „Es wird eine riesenmenge Geld für Atomwaffen ausgegeben, während die Menschen verhungern.“ Lee Myon-hee. Das Buch „Flucht aus Lager 14“ hat mich so sehr beschäftigt, dass ich unbedingt mehr über Nord Korea erfahren musste. Dabei bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Barbara Demick erzählt von sechs Nord Koreanern, über ihre Familienhintergründe, die in diesem Land eine sehr große Rolle spielen. Wenn die Ahnen einen schlechten Ruf hatten, ein Verbrechen begangen haben oder vom südlichen Teil Koreas stammen etc., dann haben die nachfolgenden Generationen kaum eine Chance, beruflich und sozial aufzusteigen. Barbara Demick erzählt auch, wie diese sechs Menschen aufwuchsen, arbeiteten, wie sie die Hungersnot der 90er Jahre überlebt haben, wie sie über ihren Führer und die Regierung denken, und wie ihnen schließlich die Flucht gelang. Mehr möchte ich hierzu nicht erzählen, sondern einfach nur einige Dinge auflisten, die die Nord Koreaner nicht tun dürfen oder tun müssen: - Es ist verboten, Gemüse im Garten anzupflanzen (!!!!!).- Es ist verboten, von einer Stadt zur anderen zu reisen, auch, wenn man nur seine Familie besuchen will (!!!!!). Dazu braucht man eine Reiseerlaubnis. - Wenn jemand das Land verlässt, so wird er als Verräter abgestempelt und kann nie mehr zurück kehren, ansonsten landet man in einem Arbeitslager. Sämtliche Verwandten der Flüchtlinge werden eingesammelt und eingesperrt.- Die Menschen müssen ihren Kot sammeln und ihn abgeben, weil es keinen chemischen Dünger gibt (!!!!)- Es gibt keine Lebensmittelläden. Die Menschen kriegen nur an Essen, was der Staat ihnen austeilt und alles ist bis aufs letzte Gramm abgewägt. Als Bezahlung werden Gutscheine verwendet, welche sie von ihren Arbeitgebern als Lohn erhalten. - Shoppen wie wir das kennen, gibt es in Nord Korea nicht, weil das gegen die Ideale des Kommunismus verstösst. Die wenigen Läden, die es gibt, sind

staatlich und die Ware ist streng reguliert. So wird ausschliesslich nur Ware angeboten, die in Nord Korea hergestellt wurde. Das Problem hier ist aber, dass die Wirtschaft in NK völlig kaputt ist. Die meiste Zeit haben die Leute nicht einmal Strom. Und all die Verbote und Regulierungen des Staates sind der Grund, dass er der Wirtschaft so schlecht geht.- Selbst die Kleider werden vom Staat ausgeteilt: Zwei pro Jahr. Ein Set für den Sommer, eines für den Winter. Ein paar Schuhe pro Jahr.- Händehalten und Küssen in der Öffentlichkeit sind strengstens verboten. - Keine freie Meinungsäusserung. Ein negatives Wort über den Führer bzw. die Regierung zur falschen Person, kann Arbeitslager oder gar Exekution bedeuten. - Die Medien sind bis auf letzte Wort manipuliert. Alle nicht-koreanischen Medien finden keinen Eingang in dieses Land. Der Kommunsimus, die Regierung und das Leben in Nord Korea werden bis ins lächerlichste verschönigt, während der Rest der Welt ein einziger großer Feind ist, den es zu bombardieren gilt. Am liebsten mit Atomwaffen. - Jeder Haushalt in Nord Korea muss ein eingerahmtes Porträt vom Führer an der Wand hängen haben, irgendein anderes Bild oder Foto aufzuhängen, ist verboten. Jeden Morgen und jeden Abend müssen die Leute den Rahmen mit einem dafür vorgesehenen Tuch abstauben. Wehe dem, der es wagt, einen Lumpen zu benutzen, den er ebenfalls fürs Toiletten- oder Spülbeckenreinigen verwendet!Und so weiter geht das bis ins Unvorstellbare. Wenn du also vielleicht mal denkst, dass das Leben in deinem Land schwierig ist, dass die Gesetze zu streng sind, dass die Regierung unfähig und korrupt ist, dann sei froh, dass du nicht in einem kommunistischen Land lebst und keinem größenwahnsinnigen Diktator folgen musst. „Die Leute sind nicht dumm. Jeder ist der Meinung, dass unsere Regierung die Schuld an unserer schrecklichen Situation trägt. Und wir alle wissen, dass alle so denken, aber wir brauchen nicht darüber zu reden.“ So ein Mienenarbeiter.

DIE LEGENDE DES DRIZZT, BUCH 1-11 - R.A. SALVATORE

 

Ja, ich habe sie alle gelesen! Die Legende des Drizzt bietet Fantasy-Fans so ziemlich alles: Elfe, Zwerge, Kobolde, Trolle, Gnome, Wikinger, Piraten, Hexen, Zauberer, Diebe, Helden, Böse- und Gutewichte, Schlachtereien, Magie, Questen, Drama, Liebe, Spannung…

Eigentlich nichts Neues – außer die Drows, die Dunkelelfen. Das ist mal ein spezielles Volk. Sie leben tief im Untergrund, fernab von allem Licht. Die Drows sind kalt, grausam, unbahrmherzig und total verrückt. Sie leben in einer sehr strengen Hierarchie, wobei die Frauen alle Macht und Magie besitzen, während die Männer kaum mehr wert sind als ein Stück Mäusekot. Auch das ist mal was anderes und recht amüsant.

Und dann wird Drizzt in dieses organisierte Chaos geboren. Er ist anders, er will sich den ungerechten Gesetzen der Elfen-weiber nicht unterwerfen. Er flieht aus der Stadt Menzoberanzzan und beginnt ein Leben im Licht. Hier an der Oberfläche macht er sich Feinde und Freunde. Letztere ein Zwerg, eine Menschenfrau und ein Wikinger. Dieses Quartett erlebt viele Abenteuer und im Hintergrund immer die Dunkelelfen, die sich an Drizzt wegen seinem Verrat rächen wollen.

Die Bücher sind einfach gesagt toll, spannend, frisch, dramatisch und schon nur wegen den Covern wert zum Kauf. Das Einzige, das mich gestört hat, waren die Kampfszenen. Sie waren des Öfteren zu viel, zu lang, zu detailliert geschrieben, oft habe ich diese Seiten einfach übersprungen, weil nach ein paar Büchern wurde mir schnell klar: Den Drizzt, den kann niemand besiegen. Er ist einfach unschlagbar.

KARL SCHROEDER - DIE BÜCHER VON VIRGA 1-5

 

Die Welt von Virga ist unheimlich faszinierend, etwas noch nie Dagewesenes und sehr gut durchdacht. Virga ist ein riesiger „Ballon“ mit Luft gefüllt von mehreren tausend Meilen Durchmesser, der in den kalten, dunklen Tiefen des Alls dahintreibt. In diesem Ballon herrscht an den meisten Orten Schwerelosigkeit, Dunkelheit und eisige Kälte. So müssen die Menschen von Virga alles selbst herrstellen: Künstliche, fusiongetriebene Sonnen, Grävitat, schwebende Farmen und Wälder…Die Städte bestehen aus komplizierten, riesigen Zahnrädern, die Menschen reisen in allerlei verrücken fliegenden Untertassen herum – auf solchen, die an Motorrädern erinnern, bis zu riesigen Raumschiffen oder auch nur ein paar gebastelte Flügen, die sich die Menschen an die Arme binden. Die Fantasie von Schroeder goes wild was das Welten-erschaffen betrifft, was jedoch den Plot der Bücher betrifft, ist dieser eher durchschnittlich aufregend, nicht zu viel Neues, nichts Besonderes, manchmal vorherschaubar. Jedoch ist allein die Faszination und Genialität von Virga es allemal wert, gelesen zu werden.

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